COSIMA FILMTHEATER

Sieglindestraße 10
12159 Berlin
U- und S-Bahn Bundesplatz
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Wir zeigen heute,
Mittwoch, den 14.10.2026:


15:30 Cosima:
Arrow Vaterland

17:45 Cosima:
Arrow Spaziergang nach Syrakus

20:30 Cosima:
Arrow SNEAK Preview (OmU)

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Pfeil Eva Lichtspiele
Pfeil Bundesplatz Kino
Berlin-Film-Katalog präsentiert nochmals

Ware für Katalonien (1958/59)

... nur am Montag, 23. November um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater!

Montag 23.11.


DDR 1958/1959 – 99 Minuten – Schwarzweiß
R: Richard Groschopp
B: Lothar Creutz, Carl Andrießen, Richard Groschopp
K: Eugen Klagemann
M: Hans-Hendrik Wehding
D: Eva-Maria Hagen, Hanna Rimkus, Hartmut Reck, Heinz-Dieter Knaup, Fritz Diez, Ivan Malré, Wilfried Ortmann, Loni Michelis, Albert Garbe

Wird versucht, weltliche Heilslehren – womöglich sogar mit rabiaten Mitteln – in die Tat umzusetzen, stellt sich oft schnell ein Problem: Der versprochene paradiesische Zustand tritt nicht ein, und da die Ideologie ja nicht falsch sein kann, müssen andere Schuldige gesucht werden.
In der DDR der fünfziger Jahre, wo die Entwicklung der Wirtschaft und damit auch des Wohlstands rasch hinter der in Westdeutschland zurückblieb, zählten zu den liebsten Sündenböcken Schmuggler: Der Propaganda zufolge schleppten sie insbesondere so viele Erzeugnisse der optischen Industrie (aber auch Eier und Wurst) in den Westen, daß der Sozialismus nicht gesetzmäßig aufblühen konnte
und es im SED-Staat immer noch viele Versorgungsmängel gab.
Bis zum Mauerbau gehörten Berlin-Filme, in denen die Teilung der Stadt thematisiert wurde, zum festen Produktionsprogramm der DEFA. Wie über die offene Sektorengrenze angeblich der Osten ausgeplündert wurde, war dabei ein besonders beliebtes Thema – Propaganda, die bis heute verfängt, als ob die DDR den Personen- und Warenverkehr über die Demarkationslinie nicht schon vor dem
Mauerbau kontrolliert hätte.
Ein Beispiel für solche Spielfilme entstand 1958/1959 mit „Ware nach Katalonien“, wobei der Schmuggel noch einmal besonders verwerflich erscheint, da die Waren aus „volkseigener“ Produktion auch noch im damals faschistisch regierten Spanien landen sollten.
Tatsächlich folgte der Film einem authentischen Fall – was jedoch für den Regisseur und Co-Drehbuchautor Richard Groschopp ungeahnte Folgen zeitigte: In der Realität konnte der „Großschieber“ Hasso Schützendorf (im Film „Teschendorf“) nämlich nicht nur nicht dingfest gemacht werden. Er fühlte sich sogar geehrt, daß die DEFA sein „Schaffen“ auf diese Weise würdigte und verewigte.
Schlimmer noch: Über Jahrzehnte hinweg, bis zu dessen Tod im Jahre 1996 (mit neunzig Jahren), versuchte Schützendorf immer wieder, mit Groschopp Kontakt aufzunehmen und lud diesen unter anderem nach Mallorca ein, wo er sich – nicht zuletzt dank seiner Schmugglertätigkeit – eine ansehnliche Existenz als Geschäftsmann aufgebaut hatte und gern als Playboy von sich reden machte. Eine Begegnung kam aber auch nach dem Zusammenbruch der SED-Diktatur nicht zustande.
Und wie zahlreiche andere, verfehlte auch dieser gegen den Westen gerichtete DEFA-Film selbst auf wichtige Darsteller seine Wirkung: Hartmut Reck, hier als wackerer Volkspolizei-Unterleutnant Schellenberg zu sehen, verließ die DDR noch 1959 und setzte seine Karriere in der Bundesrepublik erfolgreich fort.