Friedenale 2026 - Mutige Stimmen

Iran zwischen Poesie und Protest
Filmreihe mit Ayat Najafi
... Matineen an vier Sonntagen um 11:00 Uhr im Cosima !



Karten können im Kino reserviert werden: 030-66 70 28 28

Die Filme von Ayat Najafi erzählen von einem Alltag, der von Mut, Widerstand und dem Streben nach gesellschaftlicher Veränderung geprägt ist. Der international renommierte, in Teheran geborene Regisseur und Drehbuchautor zeigt in seinen Dokumentar- und Spielfilmen den unermüdlichen Kampf gegen Zensur, für Menschenrechte, Identität, Gleichberechtigung und Freiheit – ein Kampf, der im Iran vielfach von Frauen geführt wird.
Seine Werke verbinden konsequent Kunst und politisches Engagement. Mit preisgekrönten Filmen wie Football Under Cover und No Land’s Song gibt Ayat Najafi denjenigen eine Stimme, die durch gesellschaftliche und politische Repressionen zum Schweigen gebracht werden sollen. Sein jüngster Film The Sun Will Rise ist »rebellisches Kino« und politische Kunst, die den weiblichen Kampf um körperliche Autonomie unterstützt. Seine Arbeiten sind von großer Empathie geprägt und zeichnen sich durch ästhetische Präzision und einer unüberhörbaren politischen Dringlichkeit aus.

Iranische Kurzfilme, überwiegend von Filmemacherinnen, erweitern die Perspektive auf einen Alltag im Dauer-Ausnahmezustand, sowie auf die gesellschaftlichen Realitäten des Landes.
Das Kurzfilmprogramm hat die Filmemacherin Ghasideh Golmakani kuratiert.

Programm:
28.6. NOLAND´S SONG
Von Ayat Najafi. Iran, Frankreich, Deutschland 2014 – 93 min.‚ Teheran 2013
Die Komponistin Sara Najafi plant das Undenkbare: ein gemischtes Konzert mit Frauensolostimme auf der Bühne – verboten seit der Islamischen Revolution 1979. Was am Ende auf der Bühne passiert, ist das Ergebnis von Sturheit, Präzision und dem Willen, eine Grenze zu verschieben, die als unverrückbar galt.

5.7. THE SUN WILL RISE
Buch und Regie: Ayat Najafi. Iran, Frankreich 2023 – 85 min.
Draußen tobt der Aufstand, drinnen proben die Schauspieler*innen den Aufstand. Teheran, Oktober 2022; einige der Ensemble-Mitglieder wollen sich verstecken, andere auf die Straße gehen und an der Seite des Volkes kämpfen.

12.7. iranische Kurzfilme
Kuratiert von Ghasideh Golmakani
Tina Pakravan: It was my City, 8 min., 2012
Maryam Kashkoolinia: That’s Mine, 6 min., 2015
Ghasideh Golmakani: Limbo, 14 min., 2017
Minou Taheri, Majid Azizi: Red Code, 5 min., 2025
Pooya Afzali: At Night, 4 min., 2025
Ayat Najafi: Nothing has ever Happened Here, 21 min., 2016
Gespräch mit Ghasideh Golmakani und Ayat Najafi.
Alle Kurzfilme sind englisch untertitelt (OmeU).
Das Gespräch findet auf Englisch statt.
Eine Flüsterübersetzung ist möglich.

19.7. FOOTBALL UNDER COVER
on Ayat Najafi und David Assmann. Iran, Deutschland 2008 86 min.
Berliner Mädchen gegen ein iranisches Frauenfußballteam – das klingt nach Sportfilm, ist aber eine Verhandlung über Sichtbarkeit. Denn das iranische Team darf nicht vor gemischtem Publikum spielen, Stadien sind für Frauen gesperrt und Trikots ein politisches Statement.

Ayat Najafi
ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Theatermacher. Geboren in Teheran, studierte er Bühnenbild an der Azad-Universität. Seit 2000 arbeitet er als Regisseur. Seine Filme werden weltweit auf Festivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Teddy Award der Berlinale, dem Nestor Almendros Award for Courage in Filmmaking in New York, der Auszeichnung als Bester Dokumentarfilm beim Montréal World Film Festival sowie dem Friedenspreis des Unabhängigen FilmFest Osnabrück.

Ukrajina Cinema

Ukrajina Cinema ist ein kommerzielles Filmprojekt, das ukrainische Kinovorführungen in ganz Deutschland
organisiert.
Seit April 2026 ist das Cosima bei diesem Programm dabei.
Wir freuen uns in den nächsten Monaten mitzuwirken, um aktuelle ukrainische Kinofilme in Originalsprache mit deutschen (oder englischen) Untertiteln in Berlin ins Kino zu bringen.


Vorschau:
28. Juni um 18:00 Uhr "On the Drive”

  • https://www.instagram.com/ukrajina_cinema/
  • Berlin-Film-Katalog

    ... seit Oktober 2023 regelmässig montags um 17:30 Uhr im Cosima-Filmtheater !

    Wie bereits gemeldet, zieht Berlin-Film-Katalog um: Auch 2026 finden alle Aufführungen im Cosima-Filmtheater statt.

    Eine erstmals präsentierte Berlin-Film-Rarität gibt es ab Februar immer am ersten Montag des Monats. In der Reihe "Berlin-Film-Katalog präsentiert nochmals" läuft immer am dritten Montag des Monats eine Rarität, die wir vor geraumer Zeit schon einmal gezeigt haben. Vorstellungsbeginn jeweils 17.30 Uhr, und immer gibt es eine Einführung.


    Berlin-Film-Katalog stellt sich vor
    Berlin-Film-Katalog ist ein nicht-kommerzielles Projekt zur Erstellung einer
    kompletten Berlin-Film-Datenbank, kostenlos nutzbar im Internet: Alle
    Filme, die (erkennbar, also nicht nur in irgendeinem Studio) in Berlin gedreht
    wurden oder in Berlin spielen, sollen erfaßt werden – mit detaillierten, über-
    prüften und daher verläßlichen Stab- und Inhaltsangaben, mit Einordnungen und
    Kommentaren.
    Jeder soll Berlin-Film-Katalog nutzen können. Und jeder soll sich an der
    Erstellung von Berlin-Film-Katalog beteiligen, seine Einschätzungen,
    Vorlieben und Abneigungen mitteilen können. Momentan, wo sich Berlin-
    Film-Katalog noch in der Vorbereitungsphase befindet, beispielsweise durch
    Ergänzung und/oder Korrektur unserer Filmliste, die auf der Website
    www.berlin-film-katalog.de zu finden ist.
    Die Idee zu Berlin-Film-Katalog entstand aus zwei Beobachtungen heraus: Zu
    den vielen Filmen, die in Berlin gedreht wurden und/oder in Berlin spielen,
    gibt es bemerkenswert wenige Informationen (auch nicht im Internet, wo man
    oft Texte findet, die wortwörtlich von Website zu Website kopiert wurden – mit-
    samt den Fehlern). Und es wird eine immer kleinere Auswahl an Berlin-
    Filmen in den Kinos wie im Fernsehen gezeigt. Dementsprechend wird das
    Filmbild der Stadt von immer weniger Werken geprägt. Und immer mehr Berlin-
    Filme, darunter auch bedeutende, geraten in Vergessenheit.
    Deshalb und um zu zeigen, daß wir nicht nur auf Geld warten, präsentieren wir
    seit Juni 2012 (mindestens) am zweiten Montag im Monat im Brotfabrikkino
    eine Berlin-Film-Rarität. Am dritten Montag im Monat gibt es im Cosima-
    Filmtheater die Wiederholung einer schon länger zurückliegenden Aufführung.
    Seit Juni 2012 präsentiert das Projekt Berlin-Film-Katalog allmonatlich im
    Weißenseer Brotfabrikkino eine Berlin-Film-Rarität, im Oktober 2023 zum
    121. Mal. Höchste Zeit, auch einmal andernorts zu zeigen, welch reiches Angebot
    unterschiedlichster Spiel- und Dokumentarfilme aus Ost und West, dem
    noch nicht geteilten und dem wiedervereinten Berlin in dieser Reihe schon zu
    sehen war.
    Seit Oktober 2023 wird daher einmal im Monat eine Berlin-Film-Rarität, die
    in der Regel vor langer Zeit im Brotfabrikkino lief, noch einmal im kürzlich
    – nach umfassender Renovierung und Modernisierung – wiedereröffneten
    Cosima-Filmtheater in Friedenau/Wilmersdorf gezeigt. Fester Termin dafür
    ist jeweils der dritte Montag eines jeden Monats. Es gibt nur eine Aufführung,
    und diese jeweils mit einer Einführung, gelegentlich auch mit einem Ehrengast
    und einem Filmgespräch.

    Nächste Termine:

    Am Montag, 15. Juni 2026 präsentieren wir nochmals die Adaption von Gerhart Hauptmanns berühmter "Diebskomödie" DER BIBERPELZ, die Erich Engel 1949 nach einem Drehbuch von R. A. Stemmle mit Fita Benkhoff als Mutter Wolffen inszenierte. An ihrer Seite: Werner Hinz, Käthe Haack, Paul Bildt, Erwin Geschonneck, Werner Peters und (in ihrer ersten Filmrolle) Edith Hancke.

    Am Montag, 6. Juli 2026 erinnern wir ein weiteres Mal an Mario Adorf mit Robert Siodmaks Krimi NACHTS, WENN DER TEUFEL KAMachts (1957), der auch zeigt, wie man in der NS-Zeit wider Willen mitschuldig werden konnte.

    Am Montag, 20. Juli 2026 präsentieren wir nochmals die Dokumentation Gedächtnis – Ein Film für Curt Bois und Bernhard Minetti, die Bruno Ganz und Otto Sander 1981/1982 mit den Geehrten schufen. Zudem dabei: Stürmerlegende Fritz Walter.

    Anfangszeit: jeweils 17.30 Uhr.


    Von Halbstarken bis Hippies

    Jungsein in den 50er und 60er Jahren
    Ab dem 23. Februar 2026 immer am letzten Montag des Monats um 17:30 Uhr im Cosima !

    Jugendbewegungen hatte es schon zuvor gegeben, doch selten haben junge Menschen so stark zu einer derart umfassenden und nachhaltigen Veränderung der Gesellschaft beigetragen wie in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg. In der westlichen Welt spielte dabei auch der enorm wachsende Wohlstand eine Rolle, dank dessen bereits Teenager so viel Geld zur Verfügung hatten wie nie zuvor, weshalb begonnen wurde, speziell auf sie zugeschnittene (oder zumindest auf sie als Konsumenten zielende) Produkte herzustellen. Mit dem Wandel des Zeitgeistes und der gesellschaftlichen Leitbilder wurde Jugendlichkeit zu einem auch für ältere Generationen anzustrebenden Ziel, Jugendmoden avancierten zu einem Orientierungspunkt, in der Alltagskultur wie der Kultur im engeren Sinne. Damit einher ging ein wachsendes Selbstbewusstsein der Jugend, welches rasch zur Konfrontation mit den Älteren führte und von diesen als Rebellion und Problem wahrgenommen wurde – dies um so mehr durch den großen Anteil junger Menschen an der Bevölkerung und allen voran in Deutschland verschärft durch die Tatsache, dass sich viele der Älteren in den 30er und 40er Jahren moralisch diskreditiert hatten (oder ihnen dies zumindest unterstellt werden konnte).

    Ab Februar 2026 zeigt das Cosima-Filmtheater am jeweils letzten Montag des Monats, wie im Filmschaffen der 50er und 60er Jahre auf diese Entwicklungen reagiert, wie die damalige Jugend und die Probleme, die sie hatte oder machte, dargestellt wurden.

    Vorschau:

    Am 29. Juni 2026 um 17:30 Uhr
    Lampenfieber
    BRD 1959/60 – 99 Minuten – Schwarzweiß – R: Kurt Hoffmann – B: Heinz Pauck – K: Sven Nykvist – M: Franz Grothe – D: Dunja Movar, Bernhard Wicki, Antje Weisgerber, Gustav Knuth, Henry Vahl, Elke Sommer, Claus Wilcke, Corinna Genest, Gitty Daruga, Dieter Klein, Michael Hinz, Helmut Förnbacher, Peter Striebeck, Klaus Dahlen, Erna Sellmer, Anne Kersten, Hans Schweikart

    Am 27. Juli 2026 um 17:30 Uhr
    Die Frühreifen
    BRD 1957 – 91 Minuten – Schwarzweiß – R: Josef von Báky – B: Heinz Oskar Wuttig, Gerda Corbett – K: Karl Löb – M: Georg Haentzschel
    D: Heidi Brühl, Christian Doermer, Christian Wolff, Peter Kraus, Sabine Sinjen, Harald Dietl, Jochen Brockmann, Paul Esser, Richard Häußler, Ilse Fürstenberg, Jürgen Graf

    Der 1939 geborene Peter Kraus avancierte seit 1956, mit tatkräftiger Unterstützung der Unterhaltungsindustrie, zu einem der größten Stars und Idole der deutschen Jugend. Einen seiner ersten Auftritte in einem Spielfilm hatte er überraschenderweise weder in einem Schlagervehikel noch in einer sympathischen Rolle. In Josef von Bákys "Die Frühreifen" verkörperte er vielmehr ein verwöhn-
    tes und recht asozial agierendes Söhnchen ebenso reicher wie an seiner Erziehung desinteressierter Eltern (kaum dem Nachkriegselend entkommen, kursierte im Wirtschaftswunderland bereits das Schlagwort von der "Wohlstandsverwahrlosung"). In der rauhen Umgebung des damals noch buchstäblich sehr schmutzigen Ruhrgebiets entspinnt sich ein Drama zwischen ihm und anderen so hedonistischen wie rücksichtslosen Jünglingen auf der einen und eher braven, aber lebenshungrigen Mädchen aus proletarischem Milieu auf der anderen Seite, wobei auch ein vorbildlich verständnisvoller und überaus jovialer Pfarrer nur wenig ausrichten kann (und das nebenher zeigt, daß es Vergleichbares zu dem, was heute gern als "digitalisierte Gewalt" bezeichnet wird, schon im analogen Zeitalter gab). Neben Peter Kraus wurden auch die anderen jugendlichen Hauptrollen mit damaligen Nachwuchsstars (oder solchen, die es kurz darauf wurden) besetzt.

    Am 31. August 2026 um 17:30 Uhr
    Melodie und Rhythmus
    BRD 1959 – 90 Minuten – Schwarzweiß – R: John Olden – B: Kurt Nachmann,
    Dieter Bochow, Aldo von Pinelli – K: Karl Löb – M: Werner Scharfenberger – D: Peter Kraus, Fred Kraus, Veronika Bayer, Rudolf Platte, Margit Saad, Hubert von Meyerinck, Margarete Haagen, Wolfgang Jansen, Karl Lieffen, Kurt Pratsch-Kaufmann, Brigitte Mira

    Am 28. September 2026 um 17:30 Uhr
    Kein Engel ist so rein
    BRD 1959/60 – 93 Minuten – Schwarzweiß – R: Wolfgang Becker – B: Eckart Hachfeld – K: Karl Löb – M: Erwin Halletz – D: Sabine Sinjen, Hans Albers, Peter Kraus, Horst Frank, Gustav Knuth, Walter Giller, Ingrid van Bergen, Ludwig Linkmann, Fred Kraus, Franz-Otto Krüger