COSIMA FILMTHEATER

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12159 Berlin
U- und S-Bahn Bundesplatz
Tel.: 030 / 667 02 828
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Wir zeigen heute,
Mittwoch, den 14.10.2026:


15:30 Cosima:
Arrow Vaterland

17:45 Cosima:
Arrow Spaziergang nach Syrakus

20:30 Cosima:
Arrow SNEAK Preview (OmU)

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Pfeil Eva Lichtspiele
Pfeil Bundesplatz Kino
Berlin-Film-Katalog präsentiert

Heimweh nach Dir (1952)

... nur am Montag, 2. November um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater!

Montag 02.11.


BRD 1952 – 93 Minuten – Schwarzweiß
R: R. A. Stemmle
B: R. A. Stemmle, Aldo von Pinelli
K: Igor Oberberg
M: Heino Gaze, Werner Müller
D: Margot Hielscher, Peter Pasetti, Josefin Kipper, Peter Mosbacher, Wilfried Seyferth, Walter
Gross, Wolfgang Lukschy, Bully Buhlan, Rita Paul, Käthe Haack, Emmy Burg, Martin Held, Paul Esser, Friedel Hensch und die Cyprys, Liselotte Malkowsky, Rudi Schuricke, Gerhard Wendland, Helmut Zacharias

Als „der große Berlin-Film“ wurde „Heimweh nach Dir“ Anfang der fünfziger Jahre angekündigt und damit demonstriert, daß es für den westlichen Teil des mittlerweile gespaltenen Deutschlands inzwischen etwas Besonderes war, daß ein Film in der einstigen Reichshauptstadt und Metropole des deutschsprachigen Kinos spielte, die durch die Teilung in eine prekäre Lage geraten und zum Dauer-
krisenherd geworden war.
Erzählt wird die Geschichte von fünf Freunden, die Ende der dreißiger Jahre eine Jazzband bilden (wobei von Jazz freilich nur wenig zu hören ist). Doch um groß herauszukommen, brauchen sie eine Sängerin, und bald rivalisieren zwei von ihnen um die Gunst der schönen Frau. Dann wird die Gruppe durch den Krieg in alle Himmelsrichtungen verstreut und verliert sich aus den Augen. Durch diverse Zufälle und auch von Heimweh getrieben, findet man schließlich in Berlin wieder zusammen.
„Heimweh nach Dir“ ist als Zeitdokument sehr interessant: Anfang der fünfziger Jahre wollte ein Großteil des deutschen Kinopublikums keine Trümmer mehr sehen, zumal die Städte noch immer voll davon waren. Deshalb konnte dieser „große Berlin-Film“ kaum Sehenswürdigkeiten oder andere prominente Bauten der Stadt zeigen, waren doch die meisten noch beschädigt oder sogar zerstört (im Vorspann sind denn auch lauter Vorkriegsaufnahmen zu sehen). Von den Ruinen wird einzig die zer-
bombte Gedächtniskirche ins Bild gerückt. Ansonsten: wenig Beschädigtes wie das Olympia-Stadion, die Waldbühne, der Flughafen Tempelhof und der Funkturm, bereits Wiederaufgebautes wie der U-Bahnhof Wittenbergplatz und das KaDeWe, erste Neubauten wie das Bürohaus an der Ecke Tauentzien- und Ansbacher Straße oder das Hotel Kempinski, neuerrichtete Säle wie beim Prälat Schöneberg und dem legendären Tanzpalast Resi mit seinen Tischtelephonen und Wasserspielen. Nicht von ungefähr sind auch immer wieder die brandneuen Doppeldeckerbusse der BVG (West) zu sehen.
Da sich die Abneigung gegen Trümmer auch auf solche im übertragenen Sinne erstreckte, wird in „Heimweh nach Dir“ so gut wie überhaupt nicht thematisiert, was allen voran die fünf Männer in vierziger Jahren erlebt haben. Alle scheinen den Krieg und die Nachkriegszeit äußerlich wie innerlich unbeschadet überstanden zu haben. Für jene, die es in die Fremde verschlagen hat, ist das größte Problem das Heimweh nach Berlin. Das (Ver-) Schweigen im Film entsprach wohl einem
gesamtgesellschaftlichen Phänomen, welches spätestens ab den sechziger Jahren gern als „Verdrängung“ gegeißelt wurde, in Wahrheit aber als völlig übliche Reaktion auf traumatische Erlebnisse erscheint.
Erklärtermaßen wurde der Film (dessen Titel an den damaligen Hit „Heimweh nach dem Kurfürstendamm“ erinnert, der hier auch zu hören ist) als Werbung für Berlin produziert. Doch Berlin assoziierten viele westdeutsche Zuschauer mit der deutschen Teilung, weshalb die Stadt ebenso wie dieses Thema inzwischen „Kassengift“ geworden war (die politische Lage Berlins wird in „Heimweh nach Dir“ denn auch peinlichst ausgespart). Statt als „der große Berlin-Film“ wurde der Streifen daher zum Start als „der große deutsche Musikfilm“ vermarktet, zumal hier eine Reihe damals beliebter Schlagersänger vor die Kamera geholt worden waren sowie das ebenfalls sehr populäre RIAS Tanzorchester unter Werner Müller, mit so berühmten Solisten wie dem Trompeter Macky Kasper und dem Klarinettisten Rolf Kühn.
Die Rechnung ging auf: Trotz mäßiger Kritiken meldeten westdeutsche Kinos Rekord-Besucherzahlen „Heimweh nach Dir“ war die erste Produktion der Berliner Firma Melodie-Film, die sich – ihrem Namen gemäß – auf Filme mit Musikeinlagen und Schlagerstars spezialisierte und damit in den Folgejahren einige große Erfolge feierte, allen voran mit den Streifen, in denen Freddy Quinn die Hauptrolle spielte.