COSIMA FILMTHEATER
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Berlin Film Katalog präsentiert nochmals
Meier (1985/86)
... nur am Montag, 19. Oktober um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater!
mit einer Einführung und einem Gespräch mit Peter Timm!
Wir freuen uns auf ein anregendes Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung.
Montag 19.10.
BRD 1985/1986 – 99 Min. – Farbe
R+B: Peter Timm
K: Klaus Eichhammer –
M: Peter Goldfuß (d.i. Günther Fischer)
D: Rainer Grenkowitz, Nadja Engelbrecht, Alexander Hauff, Joachim Kemmer, Dieter Hildebrandt
Foto Quelle: Peter Timm
Eigentlich möchte Eduard „Ede“ Meier, junger Leiter einer Tapeziererbrigade in Ost-Berlin, nur mal eine Weltreise machen. Eine Erbschaft im Westen und der davon ebenfalls bezahlte Fluchthelfer ermöglichen es ihm. Danach will er zu seiner Freundin und seinen Freunden, seinem Arbeitsplatz und seinem ganzen bisherigen Leben zurückkehren. Doch als er als West-Berliner nach Ost-Berlin fährt, begeht er einen Fehler und muß nun immer wieder bis um Mitternacht in den Westen zurückkehren. Noch komplizierter wird seine Situation, als er einen privaten Versuch startet, den DDR-typischen Mangel an erträglichen Tapeten zu bekämpfen: Rauhfaser gegen schauderhafte Muster.
1973 war der gebürtige Berliner Peter Timm, Jahrgang 1950, aus dem Osten in den Westen gekommen. In seinem 1985/1986 entstandenen Erstling schilderte er nicht nur, wie sich ein junger Berliner in der normalen Anormalität seiner geteilten Stadt verheddert. Die Ost-West-Komödie, zu der Timm auch das Drehbuch schrieb, bot ihm zugleich Gelegenheit, den Alltag unter der SED-Diktatur spöttisch darzustellen – und damit jene DDR-Satire zu drehen, die in der DDR nicht möglich gewesen wäre. Trotz der trüben Erfahrungen, die er mit seiner „kleinen Dissidentenlaufbahn“ (Zitat aus dem „Meier“-Presseheft von 1986) hatte sammeln müssen, ist die Kritik am SED-Staat weder grimmig noch grob überzeichnet – eher fragt man sich, ob manche Spitze vom westlichen Publikum verstanden oder überhaupt bemerkt wurde. Und auch der Westen blieb nicht ungeschoren – allen voran West-Berliner, die in ihrer Ignoranz nicht verstehen, wie jemand freiwillig im Osten leben kann.
Peter Timm erhielt für „Meier“ 1987 den Ernst-Lubitsch-Preis für die beste komödiantische Leistung im deutschen Film und den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsregisseur. Er begann damit eine erfolgreiche, bis heute andauernde Karriere als Filmemacher, in der er zahlreiche Komödien schuf und sich auch immer wieder der Ost-West-Thematik widmete. Zu seinen Arbeiten zählen „Go Trabbi Go“, „Manta – Der Film“, „Rennschwein Rudi Rüssel“ (1+2), „Dumm gelaufen“, „Der Zimmerspringbrunnen“ und „Liebe Mauer“.
Übrigens besaß nicht nur der Regisseur und Drehbuchautor ausgiebige „Ost Erfahrung“: Nadja Engelbrecht war erst kurz, bevor sie in „Meier“ die weibliche Hauptrolle der Freundin des Titelhelden spielte, aus der DDR ausgereist.
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© Cosima Filmtheater Berlin. All rights reserved. | Programming & Design: Uli Schmidt
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