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Verliebt und vorbestraft (DDR 1962/1963)
... nur am Montag, 21. September um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater!
Montag 21.09.
DDR 1962/1963 – 80 Min. – Schwarzweiß
R: Erwin Stranka
B: Heinz Kahlau, Erwin Stranka
K: Erich Gusko – M: Georg Katzer – D: Doris Abeßer, Horst Jonischkan, Herbert Köfer, Erhard Köster, Siegfried Kilian, Günter Junghans
Foto Quellen: DEFA-Stiftung/Peter Dietrich
Eine Frau auf dem Bau. Das ist auch heute noch ungewöhnlich. Um so mehr galt dies vor über sechzig Jahren. Und so stiftet die Bauakademie-Studentin Hannelore unfreiwillig einige Unruhe, als sie ihre Praktikumsstelle mitten in Ost-Berlin antritt, wo gerade aus Platten neue Wohnhochhäuser zusammengesetzt werden. Natürlich kommt bald auch die Liebe ins Spiel, und nicht zuletzt deshalb sorgt die junge Frau auch dafür, daß sich die Brigade auf die (sozialistische) Moral besinnt und sich um einen Kollegen, der nach Hannelores Meinung zu Unrecht im Gefängnis gelandet ist, kümmert.
Erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt, ist „Verliebt und vorbestraft“ ein für die DDR der ersten Hälfte der sechziger Jahre recht typischer Versuch, den real-sozialistischen Alltag mit sanfter, natürlich solidarischer Kritik und vor allem auch mit Humor zu sehen. Filmästhetisch sind dabei die Einflüsse der damaligen weltweiten Erneuerungsbewegung deutlich, vor allem aber der tschechoslowakischen Neuen Welle (die seinerzeit weltweit für Aufsehen sorgte), zumal Erwin Stranka (1935-2014), der bis zur Vertreibung seiner Familie in Böhmen aufgewachsen war, an der Prager Filmhochschule FAMU studiert hatte.
Den Vorlieben des seinerzeit „jungen, modernen“ Kinos gemäß sollte nicht nur Alltag, „wahres Leben“, Wirklichkeit gezeigt, sondern auch möglichst viel ebendort gedreht werden. So entstand „Verliebt und vorbestraft“ zum großen Teil in dem ausgedehnten Neubaugebiet an der Lichtenberger Straße nördlich des Strausberger Platzes, wobei im Hintergrund oft noch viele Altbauten ins Blickfeld rückten, die bald darauf der
Kahlschlagsanierung des Areals östlich des Alexanderplatzes zum Opfer fielen.
Mit seinem ersten abendfüllenden Kinofilm eckte Stranka schon über zwei Jahre vor dem berüchtigten „Verbotsplenum“ des Jahres 1965 bei Betonköpfen in der SED an: „Verliebt und vorbestraft“ wurde heftig zensiert und dann nur verzögert und relativ geräuschlos in die DDR-Kinos gebracht. Erst acht Jahre später konnte der Regisseur mit „Husaren in Berlin“ wieder einen Film inszenieren.
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© Cosima Filmtheater Berlin. All rights reserved. | Programming & Design: Uli Schmidt
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