COSIMA FILMTHEATER
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Dienstag, den 29.09.2026:
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Gentle Monster (DF)
Eva Lichtspiele
Bundesplatz Kino
Bruno - Der junge Kreisky
...zum Bundesstart ab 1. Oktober im Cosima !
Donnerstag 01.10.
Freitag 02.10.
Samstag 03.10.
Sonntag 04.10.
Montag 05.10.
Dienstag 06.10.
Mittwoch 07.10.
Regie: Harald Sicheritz
Drehbuch: Harald Sicheritz
Besetzung: Nils Arztmann, Maya Unger, Soi Schüssler
116 Min. fsk 12
Machtzerfressen. Korrupt. Verlogen. Abgehoben. Politiker belegen auf der Beliebtheitsskala der Berufe chronisch die hinteren Plätze. Lichtgestalten kann man an ein, zwei Händen abzählen. Brandt. Mandela. Kennedy. Auch der österreichische Kanzler Bruno Kreisky gehört in diesen Kreis der Idealisten und Visionäre. Nun wird ihm ein filmisches Denkmal gesetzt. Ein bisschen arg auf Hochglanz poliert, ein wenig zu viel Heldenverehrung.
„Den jungen Kreisky habe ich mir auch gefährlicher vorgestellt“, raunzt ein ruppiger Polizist bei der Verhaftung des Aktivisten. Tatsächlich sollte man sich vom freundlichen Aussehen des jungen Mannes nicht täuschen lassen. Schon seit Schülerzeiten ist es ihm ein Anliegen, die Welt ein bisschen besser und gerechter zu machen. Weil er aus einem wohlhabenden jüdischen Elternhaus stammt, stößt Bruno bei der sozialistischen Arbeiterjugend zunächst auf Ablehnung und Skepsis. Erst nach dem vierten
Anlauf wird er von der Jugendorganisation aufgenommen. Schnell avanciert er zu einem Macher mit Mut und Köpfchen. Er organisiert heimliche Treffen im Untergrund und verteilt Widerstandsaufrufe gegen das faschistische Regime. Seine Erfahrungen bei der brutalen Niederschlagung einer Arbeiterdemonstration am Wiener Justizpalast werden Kreisky ein Leben lang in Erinnerung bleiben: 89 Todesopfer und rund 1.000 Verletzte sind an diesem 15. Juli 1927 zu beklagen.
Zu kämpfen gilt es nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. „Die nennen uns Verräter. Und mit solchen Leuten sollen wir zusammenarbeiten?“, klagt Kreisky im Streit um die richtige Strategie beim Umgang zwischen Sozialisten und Kommunisten. „Niemand gehört so gar nicht zur Arbeiterjugend wie du!“, ermahnt ihn die wohlmeinende Mutter. „Du wirst es nicht leicht haben bei den Proletariern“, warnt der Vater.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Der frühe Strang spielt Ende der 1920er-Jahre und schildert den Einstieg des jungen Idealisten in die Politik. Der zweite Handlungsfaden erzählt von den späten 1930er-Jahren. Von Kreiskys Zeit im Gefängnis, wo er seine Zelle mit einem Kommunisten teilen muss und auf einen fanatischen Nationalsozialisten trifft. Ein bisschen Auszeit wird dem jungen Mann durchaus gegönnt. Den Kinobesuch von „Metropolis“ etwa wertet er als Enttäuschung, als „kitschige Versöhnung von Kapital und Arbeiterklasse“. Mehr Begeisterung zeigt er für Adele, eine Friseurin und Sängerin, in die Bruno völlig verknallt ist. Das Techtelmechtel im legendären „Orient“-Sexhotel endet für den Minderjährigen etwas unromantischer als gedacht. Auch nach seiner bestandenen Doktorprüfung gibt es für den Widerstandskämpfer wenig Grund zum Feiern. Noch an der Universität wird er von Nazis brutal verprügelt und flieht ins Exil.(...)
Immerhin sorgt das Biopic bei den politischen Rechtsauslegern der Alpenrepublik für Schnappatmung. Der FPÖ-Kultursprecher kritisiert die Filmförderung des Projekts als Beleg dafür, dass das heimische Fördersystem zunehmend für parteipolitische Prestigeprojekte missbraucht werde. Zumindest darüber wäre der Herr Kreisky wohl amused.
Dieter Oßwald (programmkino.de)
https://alamodefilm.de/filme/bruno-der-junge-kreisky/
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© Cosima Filmtheater Berlin. All rights reserved. | Programming & Design: Uli Schmidt
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