COSIMA FILMTHEATER

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Montag, den 14.09.2026:


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20:30 Cosima:
Arrow Hirten (DF)

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Berlin Film Katalog präsentiert

Der Hauptmann von Köpenick (1931)

... nur am Montag, 5. Oktober 2026 um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater !

Montag 05.10.



D 1931 – 85 Min. – Schwarzweiß
R: Richard Oswald
B: Carl Zuckmayer, Albrecht Joseph
K: Ewald Daub
M: Anton Rubinstein
D: Max Adalbert, Käthe Haack, Friedrich Kayssler, Max Gülstorff, Paul Otto, Heinrich Schroth, Ilse Fürstenberg, Hermann Vallentin
Foto Quelle: DFF

Am 16. Oktober 1906, also vor 120 Jahren, beging der Schuster Wilhelm Voigt jene Tat, durch die er als „der Hauptmann von Köpenick“ in die Geschichte einging (und zwar auch in die Literatur- und Filmgeschichte): Im Gewand eines preußischen Hauptmanns unterstellte er ein paar zufällig vorbeikommende Soldaten seinem Kommando, besetzte mit ihnen das Rathaus der damals noch eigenständigen Stadt Köpenick, nahm den Bürgermeister und den Kassenrendanten fest, ließ sie nach Berlin bringen und bemächtigte sich der Stadtkasse. Bei all dem diente ihm als einzige Legitimation seine Uniform, was im In- und Ausland als eindrucksvolles, für manche auch erschreckendes Beispiel für die Zustände und den Geist betrachtet wurden, die im deutschen Kaiserreich herrschten.

Zu dem Jubiläum präsentiert Berlin-Film-Katalog nicht die heute bekannteste Filmversion mit Heinz Rühmann in der Titelrolle, sondern die erste Adaption von Carl Zuckmayers Theaterstück. Sie entstand 1931, praktisch unmittelbar nachdem das „deutsche Märchen“ (so der Untertitel) im März 1931 am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt worden war, und unter Mitwirkung des Dramatikers am Drehbuch. Die Regie führte mit Richard Oswald ein vielbeschäftigter und -beachteter Filmemacher der Weimarer Republik, der nichtsdestoweniger nach seiner Flucht vor den Nazis weitgehend in Vergessenheit geriet. In der Titelrolle brillierte der seinerzeit bekannte Komiker Max Adalbert, der diese auch auf der Bühne spielte (er hatte sie am Deutschen Theater von Werner Krauß übernommen).

Zu den zahlreichen weiteren Spielfilmen, die den Fall aufgriffen, gehört auch eine, die Oswald 1941 im amerikanischen Exil drehte, nach einem Drehbuch, an dem wie schon 1931 der Zuckmayer-Freund Albrecht Joseph mitgearbeitet hatte. Albert Bassermann verkörperte die Hauptrolle.

Der 1956 unter Helmut Käutners Regie gedrehte Rühmann-Film übernahm ganze Szenen recht genau aus der 1931er-Version und verzichtete darauf, eine Verbindung zu dem inzwischen Geschehenen herzustellen. Zuckmayers Stück und dessen erste Leinwandadaption waren quasi auf halber Strecke des deutschen Unglückswegs entstanden: Sie zeigten, welch bedrückender Obrigkeitsstaat das deutsche Kaiserreich war, wie in diesem das Militär ein Eigenleben führte und letztlich über dem allgemeinen Recht stand, ein System, das in die Katastrophe des Ersten Weltkriegs führte, dem – da die dafür Verantwortlichen wieder die Oberhand gewannen – die noch größere Katastrophe des Nationalsozialismus und seines Zweiten Weltkriegs folgte.

Wenngleich dem Film wie der Vorlage von linken Kreisen vorgeworfen wurde, die politische Dimension des Falls nicht genügend auszuloten und zu unkritisch zu bleiben (derweil Stück wie Film von rechts angegriffen wurden), taugt der Streifen dennoch als wirksame Erinnerung daran, welche Zustände im heute gern nostalgisch verklärten Kaiserreich wirklich herrschten.