COSIMA FILMTHEATER
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Mittwoch, den 20.05.2026:
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Nachts, wenn der Teufel kam (1957)
... nur am Montag, 6. Juli um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater!
Montag 06.07.
BRD 1957 – 104 Min. – Schwarzweiß
R: Robert Siodmak
B: Werner Jörg Lüddecke
K: Georg Krause
M: Siegfried Franz
D: Mario Adorf, Claus Holm, Hannes Messemer, Peter Carsten, Carl Lange, Werner Peters, Annemarie Düringer, Monika John, Ernst Fritz Fürbringer
Foto Quelle: DFF
Bruno Lüdke hat nach heutigen Erkenntnissen keinen Menschen umgebracht.
Der seinerzeit als „schwachsinnig“ eingestufte Berliner war nicht einer der größten Serienmörder der deutschen Kriminalgeschichte, sondern selbst ein Opfer des Nationalsozialismus.
Als 1957 dieser Spielfilm entstand, hätten die Produzenten hinsichtlich der Fragwürdigkeit der Vorwürfe gegen Lüdke bereits gewarnt sein können: Dessen Schwestern versuchten, gegen den Film juristisch vorzugehen. Aber wahrscheinlich war
die Versuchung zu groß, den Fall möglichst spektakulär als „wahre Geschichte“ darzustellen, welche erst kürzlich enthüllt wurde, weshalb man nicht einmal der Figur des Serienmörders einen anderen Namen gab. Dabei saß man einer Manipulation auf, die auch darauf zielte, die Kriminalpolizei als vermeintlich „unpolitische“ Einrichtung zu zeichnen, und so von jeglicher Mitschuld am NS-Unrecht reinzuwaschen. Dieser Fehler ist um so bedauerlicher, als „Nachts, wenn der Teufel kam“ eigentlich ein sehr guter und für die damalige Zeit mutiger Film ist.
Anders als es später dargestellt wurde, begannen Mitte der fünfziger Jahre der Nationalsozialismus, sein Krieg und seine weiteren Verbrechen im Kino der Adenauer-Ära recht häufig aufzutauchen – parallel zu entsprechenden Entwicklungen in der Gesellschaft und anderen Medien der jungen Bundesrepublik. Die Auseinandersetzung mit den gerade vergangenen Schrecken war allerdings oft entschuldigend oder in anderer Weise unzureichend. Anders „Nachts, wenn der Teufel kam“: Eindrucksvoll wird hier gezeigt, wie ein wohlmeinender Kriminalpolizist, der keineswegs ein Nazi ist,
im Berlin des Zweiten Weltkriegs wider Willen mitschuldig wird an den Verbrechen des Regimes, als er eine Serie von Frauenmorden entdeckt.
Der 1900 geborene Robert Siodmak, der 1933 vor den Nazis geflohen war, seine Karriere aber erst in Frankreich, dann in den USA erfolgreich hatte fortsetzen können, inszenierte dies nach einem Buch von Werner Jörg Lüddecke wie einen jener düsteren Films noir, von denen er in Hollywood mehr gedreht hatte als jeder andere. Georg Krause besorgte die entsprechende Photographie.
„Nachts, wenn der Teufel kam“ avancierte nicht nur zum Publikumserfolg und erhielt eine Oscar-Nominierung, sondern wurde 1958 auch mit Bundesfilmpreisen überschüttet: Zehn der zwölf für abendfüllende Spielfilme vorgesehenen Auszeichnungen gingen an ihn. Damit gleich zog erst 52 Jahre später „Das weiße Band“. Übertroffen wurde dieser Rekord bis heute nicht.
Daß ein Film, der NS-Verbrechen anprangern wollte und der zeigte, wie in einem solchen System letztlich jeder zum Tatbeteiligten wird, der gegen dieses keinen Widerstand leistet, aufgrund von Geschichtsklitterung und schlichten Lügen selbst dazu beitrug, ein NS-Opfer zu denunzieren, wirkt wie eine späte Rache alter Nazis.
Wir zeigen den Film in Erinnerung an Mario Adorf, der mit der Rolle des Bruno Lüdke (von der er sich später distanzierte) seinen Durchbruch erlebte und einen Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsschauspieler erhielt.
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© Cosima Filmtheater Berlin. All rights reserved. | Programming & Design: Uli Schmidt
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