COSIMA FILMTHEATER
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Mittwoch, den 20.05.2026:
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Eva Lichtspiele
Bundesplatz Kino
Berlin-Film-Katalog präsentiert nochmals
Der Biberpelz (1949)
... nur am Montag, 15. Juni um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater!
Montag 15.06.
D (Ost) 1949 – 97 Min. – Schwarzweiß
R: Erich Engel
B: Robert A. Stemmle
K: Bruno Mondi
M: Ernst Roters
D: Fita Benkhoff, Werner Hinz, Paul Bildt, Käthe Haack, Friedrich Gnaß, Ingrid Rentsch, Edith
Hancke, Herbert Wilk, Erwin Geschonneck, Werner Peters, Alfred Schieske
Foto Quelle: DIF, DEFA-Stiftung
So bekannt, daß man die Handlung nicht erwähnen muß – das war Gerhart Hauptmanns „Der Biberpelz“ nach Meinung der meisten Berliner Kritiker, als 1949 die DEFA-Adaption dieses Stückes ihre Uraufführung erlebte. Ausgiebig wurden daher die darstellerischen Leistungen bewertet, als handele es sich hier um eine Theaterinszenierung. Dabei hatte der Drehbuchautor Robert A. Stemmle – der selbst auch ein erfolgreicher Regisseur war – den Vierakter geschickt zu einem Film adaptiert und die Handlung nicht nur auf entsprechend mehr Schauplätze verteilt, sondern dabei auch manches pointierter und explizit politischer gestaltet, als es Hauptmann einst konnte oder wollte.
Schließlich war die „Diebskomödie“ bei ihrer Uraufführung 1893 schon provokant genug gewesen: Das kriminelle Treiben der in jeder Hinsicht sehr tüchtigen Waschfrau Wolff, Gattin eines phlegmatischen Fischers und Mutter zweier Backfische, wurde nicht gesühnt. Der Amtsvorsteher von Wehrhahn, Herrscher über den kleinen, nicht näher bezeichneten Ort bei Berlin, der Schauplatz des Geschehens ist, wurde als Karikatur eines bornierten Herrenmenschen gezeichnet, ein exemplarisches Produkt des fürchterlichen Obrigkeitsstaates, welcher das deutsche Kaiserreich war. Ebenso aufgeblasen wie dumm, ist Wehrhahn vor allem mit der Verfolgung vermeintlicher Staatsfeinde beschäftigt und hält die gerissene Mutter Wolffen für eine vorbildliche Untertanin. Und dann hatte das Stück auch noch ein unvermitteltes, offenes Ende, was das Publikum ebenfalls verstörte.
Auch die Filmversion von 1949 provozierte, unter anderem mit der eher untypischen Besetzung der mittlerweile zur Klischee geronnenen Figur der Mutter Wolffen durch Fita Benkhoff. Im Film spricht sie, ebenso wie die meisten anderen Figuren, sehr ausgiebig und überzeugend Berliner Dialekt (wie man es so mittlerweile im Kino und Fernsehen kaum mehr hört). Ihr Leinwanddébut gab Edith Hancke und wurde dafür noch durchgängiger gelobt als der starbestückte Film, den der renommierte Brecht-Intimus Erich Engel – unter anderem
Regisseur der Uraufführung der „Dreigroschenoper“ – inszeniert hatte: Obwohl Berlin im Herbst 1949 bereits gespalten war, besprachen auch die meisten Zeitungen aus dem Westsektor diesen DEFA-Film, der dort bald nach seiner Uraufführung ebenfalls zu sehen war und das Prädikat „künstlerisch wertvoll“ erhielt. Zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten, überzeugt er noch heute, fast achtzig Jahre später, als geistreiche, freche Komödie, bei der man sich darüber Gedanken machen kann, welche ihrer Botschaften zeitlos sind. Wir zeigen ihn zum achtzigsten Todestag (6. Juni) Gerhart Hauptmanns.
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© Cosima Filmtheater Berlin. All rights reserved. | Programming & Design: Uli Schmidt
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