Von Halbstarken bis Hippies

Geständnis einer Sechzehnjährigen (1960/61)

... nur am Montag, 27. April 2026 um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater !

Montag 27.04.



A 1960/61 – 80 Minuten – Schwarzweiß
R: Georg Tressler
B: Eberhard Keindorff, Johanna Sibelius
K: Sepp Riff – M: Carl de Groof
Mit Barbara Frey, Wolfgang Preiss, Nina Sandt, Ivan Desny, Michael Hinz, Fritz Schmiedel, Senta
Wengraf
Foto Quelle: DIF

Georg Tresslers spektakulärer Erstling „Die Halbstarken“ war 1956 im deutschsprachigen Kino der Auslöser für eine Welle von Spielfilmen über junge Leute, die Probleme haben und machen. Einige dieser Arbeiten inszenierte Tressler selbst. Ein weniger bekanntes Beispiel dafür ist dieses Drama über eine Halbwüchsige, die entdecken muss, dass sowohl ihr Vater als auch ihre Mutter
fremdgehen. Als sich die Eltern zerstreiten und scheiden lassen wollen, gelingt es dem geschwisterlosen Teenager zunächst, das ersehnte Kleinfamilienidyll wiederherzustellen. Als dieses erneut zu zerbrechen droht, greift das Mädchen zu drastischen Mitteln. – Wenn sich das deutschsprachige Kino jener Jahre der Wirklichkeit widmen wollte, geschah dies häufig mit Stoffen, die sich nicht nur auf dem Niveau von Illustrierten bewegten, sondern auch diesen entstammten.
So auch in diesem Fall. Nichtsdestoweniger ist an der kolportagehaften Geschichte (die natürlich in „besseren Kreisen“ spielt) bemerkenswert, dass das Problem hier in erster Linie nicht die jungen Leute, sondern die Eltern sind.
Ferner fallen auf: die sorgfältige Gestaltung und das für damalige Verhältnisse ungewöhnliche Ende. Die Titelrolle spielte Barbara Frey, die Tressler einige Jahre zuvor für sein direktes „Die Halbstarken“-Nachfolgeprojekt „Endstation Liebe“ entdeckt hatte.