COSIMA-FILMTHEATER

Sieglindestraße 10
12159 Berlin
U- und S-Bahn Bundesplatz
Tel.: ...
Wir zeigen heute,
Mittwoch, den 22.05.2024:


15:30 Cosima:
Arrow Zwischen uns das Leben

18:00 Cosima:
Arrow Die Vision der Claudia Andujar

20:30 Cosima:
Arrow Rosen für den Staatsanwalt (1959)

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Pfeil Bundesplatz Kino

Vermeer - Reise ins Licht

... am Mittwoch (13.12.) um 15.15 Uhr und dann wieder am Donnerstag und Freitag (14.+15.12.) jeweils um 15:30 Uhr und am Sonntag (17.12.) um 13:15 Uhr im Cosima-Filmtheater !

Die Vorbereitungen zur großen Vermeer-Ausstellung 2023 im weltberühmten Rijksmuseum in Amsterdam bilden den Rahmen für eine Begegnung mit den wenigen erhalten gebliebenen Gemälden des Malers Johannes Vermeer sowie für die Annäherung an den geheimnisumwitterten Künstler, von dem so wenig bekannt ist. Während die Ausstellung vorbereitet wird, dann die Sensation: Eines von Vermeers Werken könnte doch nicht vom Künstler selbst stammen …

Ein atmosphärisch starker Dokumentarfilm, der seinen Reiz aus der intensiven Betrachtung und aus der künstlerisch-wissenschaftlichen Analyse der Vermeer-Bilder ebenso bezieht wie aus den Gesprächen mit den verschiedenen Expertinnen und Experten.
Close To Vermeer
Dokumentarfilm
Niederlande 2023
Drehbuch und Regie: Suzanne Raes
Kamera: Victor Horstink
Musik: Alex Simu
Länge: 79 Minuten


FILMKRITIK:

Amsterdam – im Jahr 2021: Die größte Vermeer-Ausstellung, die jemals organisiert wurde, steht bevor. Nur etwa 35 Bilder von Johannes Vermeer sind erhalten und werden weltweit in verschiedenen Museen ausgestellt. Gregor Weber, der Leiter der Abteilung Bildende und dekorative Kunst am Rijksmuseum in Amsterdam hat sich für sein letztes Jahr vor der Pensionierung vorgenommen, so viele dieser Bilder wie möglich in die Niederlande zu holen, um sie in einer einzigartigen Ausstellung zu präsentieren. Er selbst hat eine sehr enge Beziehung zu dem Künstler: Als Schuljunge sah er zum ersten Mal in London einen Vermeer – eine Begegnung, die ihm unvergessen geblieben ist und bei der ihm schwarz vor Augen wurde vor Begeisterung. Wie ein Bad im Licht, so erschien ihm das Bild. Aber wie konnte der Maler diese Wirkung erzielen?

So geht Gregor Weber gemeinsam mit der Filmemacherin Suzanne Raes auf die Reise und auf die Suche nach dem Besonderen an den Bildern dieses Malers, von dem nur wenige persönliche Daten bekannt sind, weder Aufzeichnungen noch Briefe und – im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern seiner Zeit – kein einziges Selbstporträt. Was war das Geheimnis seiner Bilder? Und was macht einen Vermeer zum Vermeer? Er selbst kommt leicht ins Schwärmen, wenn er über Vermeer spricht und über den Umgang mit Licht und Schatten in seinen Bildern. Für die Ausstellung wünscht sich Weber, dass jeder Mensch, der Vermeers Werke betrachtet, in eine andere Welt eintaucht, dass er ins Schweben kommt. Bis zur Ausstellungseröffnung im Rijksmuseum muss noch viel getan werden. Gregor Weber hat sich vorgenommen, alle Vermeers weltweit selbst zu besuchen, um die Eigentümer davon zu überzeugen, sie für diese besondere Präsentation zur Verfügung zu stellen. In Begleitung einer Restauratorin und einer Konservatorin geht es auf die Reise. Dann der Schock: Einige US-Kunsthistoriker behaupten, dass das Bild „Mädchen mit Flöte“ nicht Johannes Vermeer zugeschrieben werden kann. Was bedeutet das für die geplante Ausstellung? Wie soll Gregor Weber als Kurator damit umgehen?

Ohne Kommentar und nur mit den notwendigsten Inserts begleitet die niederländische Filmemacherin die Vorbereitungen für die Ausstellung und die Personen, die damit beschäftigt sind. Dabei gelingt es ihr, nicht nur die atmosphärischen Schwingungen der Vermeer-Bilder in intensiven Kameraeinstellungen einzufangen, sondern sie schafft Beziehungen – zum einen zum Künstler Vermeer selbst, dessen Werke über die Jahrhunderte zu den unterschiedlichsten Interpretationen Anlass gaben, zum anderen aber auch zu den Persönlichkeiten, die im Film als Protagonisten agieren. Allen voran ist da Gregor Weber zu nennen, ein enthusiastischer Vermeer-Fan, ein begeisterter Kunstliebhaber und gleichzeitig ein offenbar ziemlich ausgebuffter Profi, nicht ganz frei von Eitelkeit, der auf dem weltweiten Kunstmarkt zu Hause ist.

Dank der geschickten Erzählform, in der sich immer wieder die Chronologie der Ereignisse mit ruhigen Betrachtungen der Vermeer-Bilder abwechselt, bleibt der Film unterhaltsam und liefert viele Einblicke in den Umgang mit Kunst – in die Analyse und Interpretation, aber vor allem in die Leidenschaft, mit der sich Profis und Fans in aller Welt der Malerei widmen.

Gaby Sikorski, Programmkino.de